Erntedank-Gottesdienst am 6. Oktober 2019

Zum Erntedank-Gottesdienst am 6. Oktober 2019 war der Altar wunderschön in Farben des Herbstes geschmückt und neben dem Altar stand eine große Menge an Lebensmitteln, die die Geschwister der Goslarer Tafel "Kleiner Tisch Oker" e.V. für die Mitmenschen spenden wollten, die Hilfe und Unterstützung bedürfen. Der Goslarer Tafel "Kleiner Tisch Oker" e.V. ist eine Initiative des Lions Clubs Goslar-Kaiserpfalz und der Ev.-luth. Kirchengemeinde Oker. Von der "Tafel" waren Frau Neveling und Frau Breeger anwesend, um die Geschichte der Tafel und die aktuelle Arbeit im Anschluss an den Gottesdienst vorzustellen.

Am Beginn des Gottesdienstes sang die Gemeinde das Lied "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren ....." Dieses Lied wies schon auf die besondere Bedeutung dieses Tages hin. Das Bibelwort für diesen Gottesdienst "Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werke" wurde dem 2. Korinther 9,8 entnommen.

Der Vorsteher der Gemeinde, Bezirks-Evangelist Rainer Keye, wies zu Beginn des Gottesdienstes auf den bunten Blumenschmuck hin und darauf, wie schön es ist, dass die Welt farbig ist und nicht grau oder anthrazit. Dafür kann man dankbar sein. Hinweisend auf die gespendeten Lebensmittel neben dem Altar sagte er "Die Gaben sind Ausdruck des Segens für das, was Gott uns vorher bereitet hat. Gott hat das Potential in uns bereitet, damit wir einen Verdienst schaffen und davon geben wir ein wenig ab". Der Gemeindechor unterstrich diese Dankbarkeit mit dem Lied "Lobe den Herrn meine Seele ...", begleitet mit dem Piano. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Jesu Dank zu bringen, macht uns wohlgemut, gern wir davon singen, was er an uns tut" klang der Gottesdienst aus.

Im Anschluss an den Gottesdienst stellte Frau Neveling den eingetragenen Verein Goslarer Tafel "Kleiner Tisch Oker" e.V. vor. Begonnen hat alles vor 22 Jahren in Oker, als Mitglieder der Paulusgemeinde überschüssige Lebensmittel an Bedürftige abgegeben haben. Dieses geschah in einer Garage in Unteroker, die jedoch bald zu klein wurde. Man zog in vier Garagen um, war dann im Gebäude der Natronag in Unteroker ansässig, doch auch dieser Ausgabeort genügte den gewachsenen Ansprüchen bald nicht mehr. Es gab lange Warteschlangen der Bedürftigen unter freiem Himmel, einen zu kleinen Ausgaberaum, keine Toiletten und entsprach damit nicht den Vorschriften, die an einen "Lebensmittelbetrieb" gestellt wurden. Seit Dezember 2009 werden die Räumlichkeiten des ehemaligen St.-Paulus-Gemeindehauses genutzt. Die Kirchengemeinde Oker hätte ab 2010 keine Zuschüsse vom Landeskirchenamt Wolfenbüttel für den Erhalt des Gemeindehauses bekommen. Da sie die Bewirtschaftung und Bauunterhaltung dieses Gemeindezentrums nicht alleine hätte tragen können, wäre sie früher oder später zur Aufgabe dieser Räumlichkeiten gezwungen worden.  So konnte das Gemeindehaus 2009 von der Goslarer Tafel "Kleiner Tisch Oker" e.V. auch dank der großzügigen finanziellen Hilfe des Lions Clubs Goslar-Kaiserpfalz gekauft werden. Nach einem entsprechenden Umbau mit Wartesaal, Toiletten, Lagerräumen, einer Rampe, der Trennung von Anlieferung und Ausgabe wird es seitdem zur Ausgabe der Lebensmittel genutzt.

Die "Tafel" ist rein aus Spenden finanziert, die Nutzer müssen lediglich einen kleinen Obolus zahlen. Sie versorgt die Menschen nicht, sondern unterstützt sie.  Es sind z.Z. 35 ehrenamtliche Mitarbeiter für die "Tafel" tätig, neben Bundesfreiwilligen-Dienstleistern, Ein-Euro-Jobbern oder Menschen, die Sozialstunden leisten müssen.

Seit zwei Jahren gibt es eine Außenstelle im Gebäude der St. Gregor Gemeinde in Bad Harzburg-Bündheim. Diese Außenstelle gehört zur Goslarer Tafel "Kleiner Tisch Oker" e.V. , da innerhalb von 30 km Gebietsschutz besteht und keine eigenständige Tafel eingerichtet werden kann. Die "Tafel" ist an zwei Tagen in der Woche für jeweils eine Stunde geöffnet.

 

Frau Neveling freute sich sehr über die Spenden, die in diesem Jahr noch zahlreicher waren als in den Jahren zuvor. Sie bedankte sich im Namen des Vereins sehr herzlich dafür. Die Spenden wurden am Montag von ihr und zwei Helfern abgeholt.