Lichtergottesdienst am Volkstrauertag

Unter der Überschrift „Lass dich entzünden von Jesu Zuversicht und Liebe. Du bist ein Licht. Scheinst du auch für andere?“ fand am Sonntag, den 17. November 2013 in unserer Kirche in Bad Harzburg ein Gottesdienst statt, der vom Inhalt und dem äußeren Schmuck etwas Besonderes in der „Stillen Zeit“ darstellte.

Der Volkstrauertag, der in der Öffentlichkeit mit vielen Gedenkfeiern begangen wird, hat dazu angeregt, auch in unserer Gemeinde einen Gottesdienst zu gestalten, welcher die besondere Bedeutung dieses Tages berücksichtigt. Dem an diesem Sonntag zugrunde liegenden Gedenken an Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wurde dadurch eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Der Zugang zur Kirche war mit vielen Kerzen geschmückt. Der Kirchenvorraum war ebenfalls durch anheimelndes Kerzenlicht gefüllt. Auf einer aufgestellten Tafel waren Karten und Bilder angebracht, die das Thema des Gottesdienstes verdeutlichten: „Lass dich entzünden von Jesu Zuversicht und Liebe“.

Die Gottesdienstteilnehmer wurden von Schwestern mit einem herzlichen Segenswunsch begrüßt und erhielten ein brennendes Teelicht. Dieses konnte, bevor der Platz eingenommen wurde, vor dem Altar auf einer kreuzförmigen Fläche abgestellt werden. Mit dieser kleinen Geste konnte jeder Gläubige schon seine persönlichen Empfindungen in der Stille äußern. Je mehr Besucher kamen, desto heller erstrahlte das Kirchenschiff. Der Altar war festlich geschmückt.

Vor dem Gottesdienst wurde eine Lesung vorgetragen, in der Liebe, Licht und Zuversicht aus Jesu betrachtet wurden. Die Lesung endete mit den Worten: „Darum lass dein Licht leuchten mit der Hilfe Jesu Christi. Lass dich entzünden von seinem Licht und gib es weiter.“

Der Vorsteher, Evangelist Hans-Joachim Schwandt, las als Bibelwort Psalm 27,1 vor:

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?“

Zu Beginn seiner Predigt wies der Vorsteher auf die besonderen Tage im November hin: Volkstrauertag, Ewigkeits- bzw. Totensonntag, Allerheiligen, Allerseelen – jeder hat seine eigene Bedeutung. Für neuapostolische Christen ist der Entschlafenengottesdienst ein herausragendes Gedenken für die Seelen in der Ewigkeit. Evangelist Schwandt lenkte in seiner Ausführung über die Toten der vergangenen Kriege hin auf die Menschen, die auch gegenwärtig in Kriegswirren umkommen. Ebenso wurde der Taifunopfer auf den Philippinen gedacht. In diesem Zusammenhang zeigte er nachdenkenswerte Aussagen bezüglich der Verschwendung der Ressourcen der Schöpfung auf.

Bezug nehmend auf das Bibelwort führte er in seinem Dienen aus, dass Gott am Anfang seiner Schöpfung das Licht erschuf, weil Licht Leben bedeutet (1. Mose 1,1-5). Weiter beleuchtete er die Bibelstelle Jesaja 60,1 und lenkte dann auf die Geburt Jesu, wie sie im Johannesevangelium beschrieben ist (Johannes 1,9-12). Die Hinweise aus der Bergpredigt sollen uns allen deutlich machen, dass auch wir unser Licht leuchten lassen wollen (Matthäus 5,14-16) und dieses in die Nacht der Mutlosigkeit und des Unfriedens hinein scheinen lassen, damit Kraft und Frieden wachsen können.

Beeindruckend war die vorgelesene Passage des Artikels unseres Stammapostels aus „Unsere Familie Kalender 2014“, in welchem er uns auffordert, auch bei Nutzung moderner Kommunikationswege Frieden zu halten und zu stiften.

Priester Jörg Lange aus Wolfenbüttel unterstrich in seinem Predigtbeitrag die Ausführungen des Vorstehers.

Zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl las der Vorsteher aus der Bibel Matthäus 26,26-28 vor, die Begebenheit, als Jesus das Abendmahl stiftete.

Die Liedauswahl für gemischten Chor, Frauenchor und Instrumentalkreis wurde dem Anlass dieser Stunde in schöner Weise gerecht. Den Schlusspunkt des bewegenden Gottesdienstes setzten die Kinder der Gemeinde mit ihrem schwungvoll vorgetragenen Lied: „Laudato si“

Am Ausgang wurde jedem Besucher eine kleine Kerze überreicht, an der ein Zettel befestigt war, auf dem stand: „Sei ein Licht!“

Text: R.K. / Fotos: H.M.